Ein Vorgeschmack auf die 1. Bundesliga
Im Spitzenspiel der 2. Bundesliga Süd bezwang der VC Dresden den FT 1844 Freiburg mit 3:0 (25:22, 25:15, 31:29).
Letzte Anweisungen von Spielertrainer Sven Dörendahl
Für beide Kontrahenten war dieses Spiel sehr wichtig. Die Dresdner, bei denen die organisatorischen Vorbereitungen für die 1. Bundesliga mit der Gründung einer Spielbetriebs GmbH und der termingemäßen Einreichung der Lizenzunterlagen beim Wirtschaftsprüfer bereits auf vollen Touren laufen, wollten sich mit einem Sieg ihre Chance auf den Meistertitel bewahren. Die Gäste aus Freiburg hatten mit einem Sieg in Dresden und im abschließenden Spiel gegen Delitzsch den Vizemeistertitel im Visier.
Das Spiel begann mit einem Ass von Eric Grosche. Nach der 1. technischen Auszeit, bei der die Gastgeber mit 8:6 führten, setzten sich die VC-Männer in einem furiosen Zwischenspurt auf 20:13 ab, wobei vor allem Tom Klopfer von der gegnerischen Abwehr kaum zu stellen war. Die Gäste konterten, wobei vornehmlich David Landa über die Mitte erfolgreich war, und nutzten dabei einige Konzentrationsschwächen der Dresdner. Bei 23:21 wurde der Satz noch einmal eng, ehe Tom Klopfer sowie Phillip Collin mit einem Schnellangriff über die Mitte den Satzerfolg zum 25:22 sicherten.
Ähnlich begann der 2. Abschnitt. Nach dem 8:5 zur 1. technischen Auszeit boten die Dresdner Hochgeschwindigkeits-Volleyball vom Feinsten. Aus einer sicheren Annahme heraus setzten sie die Gäste mit variablen Angriffen unter Dauerdruck und beeindruckten auch mit spektakulären Aktionen in der Feldabwehr, z. B. René Andörfer und Martin Merkel. Die Freiburger, bei denen der eingewechselte Julian Kallfass mit guten Angriffen und gefährlichen Aufgaben für mehr Druck sorgte, wehrten sich tapfer, hatten aber keine echte Chance. Klaus Kunert mit einem erfolgreichen Block und Eric Grosche mit einem Ass sorgten schließlich für den 25:15-Satzgewinn.
Nach der 10-Minuten Werbepause zeigten die Breisgauer ihre Klasse und machten deutlich, dass sie das Spiel noch lange nicht abgeschrieben hatten. Trainer Wolfgang Beck landete mit der Einwechselung von Johannes Stemmann für David Landa auf der Mittelblockposition einen taktisch klugen Schachzug, denn mit ihm hatte der Dresdner Block seine Probleme. Die Gäste lagen im dritten Satz von Beginn an in Führung. Die Gastgeber kämpften um den Anschluss, aber immer wenn sie ihn fast erreicht hatten, vergaben sie ihre Ausgleichschance durch eine verschlagene Aufgabe oder einen unkonzentriert abgeschlossenen Angriff. Bei 21:15 sahen die stark spielenden Freiburger schon wie der Satzgewinner aus, aber René Andörfer leitete mit erfolgreichen Angriffen und gutem Block die Wende ein. Nach einem Hinterfeldangriff von Eric Grosche nahm Freiburgs Coach bei 20:22 seine zweite Auszeit. Anschließend ließ sich Phillip Collin von einem Leger des Freiburger Zuspielers nicht düpieren und schaffte den Anschluss zum 21:22. Der zur Blockverstärkung für Sven Dörendahl eingewechselte Thomas Schober brachte mit einem Block und einem Angriff die Gastgeber erstmals in diesem Satz in Führung (23:22). Die nächsten Minuten waren an Spannung kaum zu überbieten. Beide Mannschaften wollten diesen Satz gewinnen, und Freiburg glich jeweils postwendend die Dresdner Führung wieder aus. Am Ende dieses dramatischen Satzes hieß es 31:29 für die Gastgeber. Damit stand nach spannenden 78 Minuten der 3:0-Sieg der Elbestädter fest. Die Zuschauer feierten mit standing ovation ihre Mannschaft und spendeten auch den Gästen aus Freiburg anerkennenden Beifall.
Für den VC Dresden spielten: Z: Sven Dörendahl, AA: Eric Grosche, René Andörfer, D: Tom Klopfer, MB: Phillip Collin, Klaus Kunert, L: Martin Merkel.
Thomas Schober kam zur Blockverstärkung zu Kurzeinsätzen.
Zum Spieler des Tages wurde verdient Eric Grosche gewählt, der aus einer starken Dresdner Mannschaft noch herausragte.
Mit diesem Sieg halten die Dresdner die Meisterschaftsentscheidung weiter offen. Sie können jetzt schon nicht mehr vom 2. Platz verdrängt werden und haben damit auch die sportliche Qualifikation für die 1. Bundesliga erreicht. Dazu auch im Namen der vielen Fans unsere Glückwünsche. Doch die VC-Männer, die in dieser Saison 22 Spieltage die Tabelle anführten, wollen den Meisterpokal. Dazu streben sie am letzten Spieltag am 28.4.12 in Leipzig einen Sieg an und schauen gespannt nach Freiburg. Dort empfangen die Breisgauer den GSVE Delitzsch, der punktgleich mit den Dresdnern die Tabelle anführt. Ein Dresdner Sieg in Leipzig vorausgesetzt, würden die Freiburger mit einem Sieg ihren 3. Platz verteidigen und gleichzeitig die Nordsachsen vom Thron stürzen. Bei einer Niederlage könnten sie sogar noch auf den undankbaren 4. Platz abrutschen. Es besteht also eine echte Dresden-Freiburg-Interessengemeinschaft. Der letzte Spieltag verspricht im Kampf um die Meisterschaft und Medaillen noch einmal viel Spannung!
Stimmen zum Spiel:
FT-Spielertrainer Volker Beck: „Wir wussten, was uns in Dresden erwartet. Wir wollten den Gegner ärgern und möglichst unseren Heimsieg wiederholen. Die Dresdner sind uns körperlich überlegen. Das wollten wir mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung ausgleichen. Das ist uns leider nur im 3. Satz gelungen. Am Ende des dritten Satzes ließ aber dann bei uns die Konzentration nach. Jetzt wollen wir am letzten Spieltag Delitzsch schlagen, damit Dresden Meister wird.“
VC-Spielertrainer Sven Dörendahl: „Ich freue mich für meine Mannschaft für diesen Sieg. Er hat alle Zweifler wieder überzeugt. Entscheidend war heute das Aufschlagspiel, wenn beide Teams gute Zuspieler haben. Im dritten Satz hat unsere Annahme gewackelt. Deshalb wurde er so eng. Wir werden uns die nächsten Tage nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, denn wir wollen als Meister in die 1. Bundesliga aufsteigen. Mein besonderer Dank gilt unserem Publikum, das uns nicht nur heute sehr gut unterstützt hat. Wir freuen uns, alle Fans - und möglichst noch mehr - in der nächsten Saison in der 1. Bundesliga wieder begrüßen zu können.“





