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"Verbliebene Sieben" reichten nicht

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SCHÖNBERG. Das reine Ergebnis ist eine Blamage. Meister VC Eintracht Mendig verlor mit 1:3 (25:17, 23:25, 22:25, 22:25) beim VCO Kempfenhausen. Für die außer Konkurrenz in der 2. Bundesliga Süd mitspielenden Junioren vom bayerischen Stützpunkt war es eine Premiere – zuvor hatten sie in 22 Begegnungen keinen Punkt und nur sechs Sätze gewonnen. „Auf den ersten Blick ist das natürlich peinlich“, urteilte Kapitän Christoph Schwenk, der diesmal nicht nur erstmals fürs Zuspiel zuständig war, sondern gemeinsam mit Niklas Rademacher auch für das Coaching. In beiden Funktionen musste er einen Werscheck ersetzen, in der Konstellation vom Samstag ein Ding der Unmöglichkeit.



Was alle befürchtet hatten, war am Samstagmittag Gewissheit: Trainer Bernd Werscheck und sein Sohn Tom-Julius würden die Partie in Schönberg nahe Passau verpassen, die Abiturfeier von Mendigs einzigem Zuspieler dauerte zu lang, als dass Nachreisen Sinn gemacht hätte. So verlängerte sich die Liste der Ausfälle auf sieben: Neben Davic Meder, Peter Wolf, Sebastian Voß, Philipp Alsdorf und Silvio Schultze sowie T.J. Werscheck fehlte auch Libero Konstantin Skok, der sich kurzfristig erkrankt abgemeldet hatte. „Ich suche wirklich nicht nach billigen Entschuldigungen“, sagte der für seine offene und selbstkritische Haltung bekannte Schwenk, „aber unter diesen Voraussetzungen hatten wir verbliebene Sieben uns nichts ausgerechnet.“

Der Grund lag auf der Hand: Mit Christoph Schwenk und dem nachgereisten Teilzeitspieler Volker Schöps, der für den Kapitän in den Diagonalangriff rückte, spielten zwei Akteure auf ungewohnten und anspruchsvollen Positionen. Zudem fehlte mit Skok der Libero, für das im gesamten Saisonverlauf so einstudierte Annahmesystem des VCM fatal. „Es wäre lächerlich, wenn man in der zweiten Liga mit so einer Aufstellung ein Spiel gewinnen könnte“, erklärte Schwenk. „Das Ärgerliche ist, dass es trotzdem möglich gewesen wäre – hier und heute und nur gegen diese Mannschaft.“

Denn bei allem Respekt vor den VCO-Junioren und ihrem erfahrenen Trainer Peter Meyndt zeigte sich im ersten Satz, dass das Team zu Recht chancenlos am Tabellenende steht. Viele Aufschlagfehler leisteten sich die Kempfenhausener, die Mendiger dagegen holten viel in der Abwehr und verwerteten ihre Punktbälle erstaunlich sicher. Und das, obwohl der Passgeber praktisch nur über die Außenangreifer Niklas Rademacher und Sven Dick spielte, manchmal bekam auch Volker Schöps einen Ball – die Mittelblocker Manuel Handels und Mario Birk fast nie. „Ich habe mir Überkopfbälle und schnelle Pässe über die Mitte nicht zugetraut“, so Schwenk ehrlich. Kein Wunder, für derart präzises Angriffsspiel braucht es jahrelange Übung und einiges Selbstvertrauen.

Dass die Eintracht im Angriff dadurch ziemlich ausrechenbar war, bekamen die VCO-Spieler irgendwann auch mit. Und trotzdem hatte Mendig auch in den Sätzen zwei bis vier sehr gute Siegchancen. Im zweiten Durchgang glichen sie nach 19:23 zum 23:23 aus, nur um „in nicht mal 30 Sekunden mit einem verschlagenen Aufschlag und einer versemmelten Annahme alles kaputt zu machen“, wie Schwenk nicht ohne Bitterkeit sagte.

Doch auch dann war noch nichts verloren. Im Gegenteil, Mendig hätte auch in Notbesetzung den dritten Abschnitt gewinnen müssen. 20:14 führten die Gäste vor gerade mal 95 Fans in der Schönberger Schulsporthalle bereits, dann immerhin noch 22:18 – ehe sieben Punkte der Gastgeber folgten und damit der Satzverlust. Ähnliches passierte im vierten Satz, als Mendig binnen weniger Minuten ein 10:5 verspielte, bei 10:11 wieder zurücklag und den Rückstand nicht mehr aufholen konnte. „Diese Serien haben wir immer in derselben Aufstellung kassiert und nicht dagegenhalten können“, so Schwenk. „Dafür waren wir alle zu sehr mit uns selbst beschäftigt.“

Und so blieb dem Kapitän nach 89 Minuten nur, den Junioren zum verdienten, aber auch ein wenig in den Schoß gefallenen Erfolg zu gratulieren und den eigenen Chancen nachzutrauern: „Es war ein Spiel der verpassten Möglichkeiten, das nervt mich tierisch. Und zwar nicht nur, weil ich gern mal eine Begegnung als Zuspieler gewonnen hätte.“ Mehr noch ärgerte ihn die verpasste Chance, den Klassenverbleib mit einem Auswärtssieg praktisch schon sichern zu können. Der VCM bleibt aber Achter, der Vorsprung auf die Abstiegsränge komfortabel. Am nächsten Sonntag (ab 15 Uhr) geht es im dritten Auswärtsspiel in Folge zum Tabellenzehnten TV Friedberg.
 
VC Eintracht Mendig
http://volleyball-bundesliga.de
erstellt am 27.03.2012

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